Sollen Firmen ihre Mitarbeiter überwachen?
Im Zuge der Lidl-Spionageaffäre ist das Thema “Überwachung von Arbeitnehmern am Arbeitsplatz” zur Zeit wieder in aller Munde. SPIEGEL Online berichtet, dass im überwachungshungrigen Großbritannien 85 Prozent der Unternehmen die Online-Aktivitäten ihrer Beschäftigten protokollieren. Ich frage mich immer, was das bringen soll:
- Wenn ich böse Gerüchte über meine Firma verbreiten will, kann ich das auch von zu Hause aus tun. Genauso Firmeninterna, zumindest diejenigen, die ich mir im Kopf merken kann. Oder ich speichere die geheimen Daten auf einem USB-Stick - manche Firmen schränken Zugriffe auf externe Datenträger ein, aber vermutlich längst nicht so viele, wie Internetüberwachung betreiben.
- Schadsoftware kann ich mir auch bei völlig legitimen Internetrecherchen einfangen, z.B. wenn ich nach der Lösung irgendeines technischen Problems google. Wenn meine privaten Aktivitäten nicht gerade in den “dunklen Ecken” des Internets stattfinden, in denen man häufiger mal auf eine verseuchte Seite stößt (Pornos, Raubkopien usw.), steigt das Risiko, sich einen Schädling einzufangen, kaum, bzw. nur proportional zur Zeit, die ich privat herumsurfe.
- Das einzige Argument, das ich noch nachvollziehen kann, ist das der Arbeitszeitverschwendung. Ich habe noch ein gewisses Verständnis dafür, wenn eine Firma sich dafür interessiert, ob ein Arbeitnehmer in der Zeit, die er als Arbeitszeit erfasst hat, Webseiten von eindeutig privatem Charakter angesurft hat. Aber nicht dafür, dass Facebook, Twitter oder ähnliche Dienste vollständig gesperrt werden.