Ein bißchen bin ich gerade am Überlegen, wie man Web 2.0-Diensten wie dem großem amerikanischen (Ex-)studentenportal oder dessen deutschem Plagiat das Data-Mining zu Werbe- und Marketingzwecken etwas versauern kann. Eine halbwegs praktikable Methode scheint mir das Anlegen fiktiver Personenprofile zu sein. Gerade gab es ja z.B. die lustige Aktion mit Dr. Billy Baypack durch den Aktionskünstler Ruppe Koselleck. Sehr, sehr viele Personenprofile auf oben erwähnten Diensten dürften auch schon frei erfunden sein. Nichtsdestotrotz fehlt aber noch eine Möglichkeit, wie viele Menschen automatisiert und quasi nebenher massenhaft gefälschte Personenprofile anlegen können, ohne sie sich mühsam ausdenken zu müssen.
Die Lösung, die sich meiner Ansicht nach hier anbietet, sind digitale Puppenstuben-Simulatoren wie Die Sims. Dieses Spiel ist das meistverkaufte Computerspiel überhaupt. Es geht in diesem Spiel darum, Charaktere und Familien zu erschaffen, sie mit Berufen, Kleidung und Wohnungsgegenständen auszustatten, Beziehungen eingehen zu lassen usw. Es sollte also Millionen von Menschen geben, die nebenher und quasi spielerisch fiktive Personenprofile erstellen. Dieses Spiel - passend erweitert - oder ein noch zu entwickelndes ähnliches Spiel, könnte man also benutzen, um Social-Networking-Anwendungen mit Millionen gefälschter Nutzerprofile zu überschwemmen. Es müsste nur der Anmeldevorgang elegant in die Benutzeroberfläche des Spiels integriert sein, den Rest könnte man bei manchen Diensten über das API erledigen. Diese fiktiven Mitglieder könnten dann noch zufällige Webseiten bei delicio.us bookmarken oder zufällige frei verfügbare Flickr-Bilder “hochladen”.
Quasi ein großes Sozialnetzwerk-Verwischungs-Mashup. Der Vorteil eines Puppenstubensimulators wäre auch, dass die dortigen Charaktere in der heutigen Lebenswelt angesiedelt und daher leichter auf Personenprofile abbildbar sind als Charaktere in einem Science-Fiction- oder Fantasy-Rollenspiel wie “World of Warcraft”.