Archiv nach Kategorie "Schnüffelfirmen"

Stasi 2.0, jetzt aber wirklich

Veröffentlicht in Schnüffelfirmen Mit Tags, , , bei 07.06.2008 von niklasd

Das Berliner Sicherheitsunternehmen, das im Auftrag der Telekom Journalisten bespitzelt hatte, wird nicht nur von einem Ex-Stasi-Agenten geführt, dieser rechtfertigt sich jetzt auch noch in schönstem DDR-Propagandaton:

Es kann nicht toleriert werden, wenn in einem Unternehmen wie der Telekom Verrat begangen wird. [...] Das war klassische Observation und nicht illegal.

Lidl spionierte auch Kunden aus

Veröffentlicht in Schnüffelfirmen Mit Tags, , , bei 05.04.2008 von niklasd

Der Überwachungsskandal bei Lidl geht übrigens nicht nur die Beschäftigten etwas an - einige der Videokameras überwachten auch die Kassen, so dass beim Bezahlen mit EC-Karte auch die Eingabe der PIN aufgezeichnet wurde. Verbraucherschützer raten dazu, sicherheitsheitshalber in bar zu bezahlen und von Lidl die Löschung der Daten zu verlangen, falls man in der Vergangenheit mit EC-Karte bezahlt habe.

Sollen Firmen ihre Mitarbeiter überwachen?

Veröffentlicht in Schnüffelfirmen Mit Tags, , bei 30.03.2008 von niklasd

Im Zuge der Lidl-Spionageaffäre ist das Thema “Überwachung von Arbeitnehmern am Arbeitsplatz” zur Zeit wieder in aller Munde. SPIEGEL Online berichtet, dass im überwachungshungrigen Großbritannien 85 Prozent der Unternehmen die Online-Aktivitäten ihrer Beschäftigten protokollieren. Ich frage mich immer, was das bringen soll:

  • Wenn ich böse Gerüchte über meine Firma verbreiten will, kann ich das auch von zu Hause aus tun. Genauso Firmeninterna, zumindest diejenigen, die ich mir im Kopf merken kann. Oder ich speichere die geheimen Daten auf einem USB-Stick - manche Firmen schränken Zugriffe auf externe Datenträger ein, aber vermutlich längst nicht so viele, wie Internetüberwachung betreiben.
  • Schadsoftware kann ich mir auch bei völlig legitimen Internetrecherchen einfangen, z.B. wenn ich nach der Lösung irgendeines technischen Problems google. Wenn meine privaten Aktivitäten nicht gerade in den “dunklen Ecken” des Internets stattfinden, in denen man häufiger mal auf eine verseuchte Seite stößt (Pornos, Raubkopien usw.), steigt das Risiko, sich einen Schädling einzufangen, kaum, bzw. nur proportional zur Zeit, die ich privat herumsurfe.
  • Das einzige Argument, das ich noch nachvollziehen kann, ist das der Arbeitszeitverschwendung. Ich habe noch ein gewisses Verständnis dafür, wenn eine Firma sich dafür interessiert, ob ein Arbeitnehmer in der Zeit, die er als Arbeitszeit erfasst hat, Webseiten von eindeutig privatem Charakter angesurft hat. Aber nicht dafür, dass Facebook, Twitter oder ähnliche Dienste vollständig gesperrt werden.

Comcast will die Glotze zurückglotzen lassen

Veröffentlicht in Schnüffelfirmen Mit Tags, , bei 22.03.2008 von niklasd

Krasse Scheiße (um es mal im Fefe-Jargon zu sagen): Der amerikanische Kabelfernsehanbieter Comcast will mit Kameras in seinen Set-Top-Boxen experimentieren. Die Idee ist, dass der Fernseher weiß, welche und wieviele Personen vor ihm sitzen, damit individuell abgestimmte Werbung gesendet werden kann oder nicht jugendfreie Inhalte gesperrt werden können (es geht hier wohl um irgendwelches Video-on-Demand-Zeug). Um es mal mit George W. Bush zu sagen: “If this is not evil, then evil has no meaning”.

Google Street View

Veröffentlicht in Schnüffelfirmen Mit Tags, , bei 04.03.2008 von niklasd

…halte ich für nicht so schlimm, im Gegensatz zum Verfasser dieses Artikels, der mal wieder 1984 herbeibeschwört. Jedenfalls, solange es bei Momentaufnahmen von öffentlichen Straßen bleibt, die vielleicht einmal im Jahr aktualisiert werden. Gerne stelle ich mich noch mal vor mein Lieblingsfrühstückslokal in Berkeley (das People’s), und außerdem finde ich es schade, dass ich mir Nürnberg-Thon nicht auch aus Fußgängerperspektive anschauen kann.

Heizkostenzähler, die nach Hause telefonieren

Veröffentlicht in Schnüffelfirmen bei 19.02.2008 von niklasd

Es ist sehr interessant, mal herauszufinden, ob die Wasser- und Heizungszähler in der eigenen Wohnung die Verbrauchsdaten per Funk übertragen. Hier sind Zähler von Techem installiert, wenn ich dieser Broschüre Glauben schenke, scheint die Funkschnittstelle bei mir nicht aktiviert zu sein. Was mit den Wasserzählern ist, habe ich leider noch nicht herausfinden können, auf den ersten Blick sehen sie noch ziemlich “analog” aus.

Was sich damit alles an Schabernack treiben lässt, steht hier. Mir fallen da noch zwei Sachen ein:
1. Ein bißchen paranoid, aber: Solche Zähler mit noch ein wenig Extra-Elektronik wären das perfekte Vehikel für die akustische Wohnraumüberwachung breiter Bevölkerungsschichten.
2. Man könnte seine Nachbarn prima Ärgern, wenn es irgendwie möglich wäre, ihre Funkübertragungen zu fälschen und völlig überzogene Verbrauchswerte zu übermitteln.

Profiteure der Überwachungsgesellschaft

Veröffentlicht in Schnüffelfirmen bei 12.02.2008 von niklasd

Eine interessante Frage, die ich vor ein paar Tagen auch mal im Hinterkopf hatte: Wer verdient eigentlich an der Überwachung? Und ja, ich bin auch für tcpdump und Nadeldrucker…

Datenkrake

Veröffentlicht in Schnüffelfirmen bei 04.02.2008 von niklasd

Datenkrake

(cc) probek

Humor haben sie ja, die StudiVZler

Veröffentlicht in Schnüffelfirmen bei 02.02.2008 von niklasd

Nachrichtendienst

Die schwarzen Listen der Versicherungen

Veröffentlicht in Schnüffelfirmen bei 23.01.2008 von niklasd

Dieser Artikel über das “Hinweis- und Informationssystem der Versicherungswirtschaft” (HIS) und der Bericht von “Report München” haben einen prominenteren Platz verdient als bloß einen Link in der Spurl-Sidebar, wo sie vor zwei Wochen schon einmal erschienen.

Es ist auch ziemlich gruselig, welche trivialen Gründe (ein Paar Stunden Psychotherapie irgendwann mal im Leben) zur Ablehnung einer Berufsunfähigkeitsversicherung führen können. Mit dieser allgemeinen Stigmatisierung von Psychotherapie fördern die Versicherungen es aktiv, dass man bei psychischen Problemen keine professionelle Hilfe in Anspruch nimmt, sondern lieber alles verschweigt und unterdrückt, bis es eines Tages zum großen Knall kommt. Etwas provozierend weitergedacht: Die Versicherungen machen sich an allen Selbstmorden, Amokläufen und sonstigen psychischen Ausrastern ein Stück weit mitschuldig, da sie einen dafür bestrafen, Hilfe zu suchen, bevor es zu spät ist.

Man könnte psychische Probleme mit einer Flasche Wodka pro Abend bekämpfen, und würde trotzdem noch eine Versicherung bekommen, wenn man es schafft, vor dem Beratungsgespräch am nächsten Morgen die Fahne zu unterdrücken. Sobald man aber verantwortungs- und gesundheitsbewusst handelt, wird man dafür bestraft. Das kann doch wohl nicht sein! (siehe auch dieser Artikel bei SPON)

Es liegt jetzt an jedem einzelnen, sein Menschenrecht auf informationelle Selbstbestimmung zu erkämpfen. Ich rate jedem, der schon einmal erfolglos eine Versicherung beantragt hat, die hier am Ende erwähnten Maßnahmen umzusetzen:

  • Die Versicherung anschreiben und eine Auskunft verlangen, ob ein HIS-Einntrag angelegt wurde.
  • Falls das nichts hilft, die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFIN) anschreiben.

Ergänzung: Der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft e.V. hat für diese Datenbank den Big Brother Award 2006 bekommen, hier geht’s zur Preisverleihung.